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Kanada entdeckt Europa neu

𝗞𝗮𝗻𝗮𝗱𝗮 𝗲𝗻𝘁𝗱𝗲𝗰𝗸𝘁 𝗘𝘂𝗿𝗼𝗽𝗮 𝗻𝗲𝘂 – und Deutschland könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Der Handel zwischen Kanada und Deutschland gewinnt dabei strategisch an Bedeutung.
Die Eskalation im Handel mit den USA legt eine strukturelle Schwäche offen. Noch 2025 gingen 71,7 % der kanadischen Warenexporte in die Vereinigten Staaten. „𝘊𝘢𝘯𝘢𝘥𝘢’𝘴 𝘵𝘳𝘢𝘥𝘦 𝘳𝘦𝘭𝘢𝘵𝘪𝘰𝘯𝘴𝘩𝘪𝘱𝘴 𝘢𝘳𝘦 𝘤𝘩𝘢𝘯𝘨𝘪𝘯𝘨“, sagte Notenbankchef Tiff Macklem bereits 2025. Heute ist Diversifizierung keine Option mehr, sondern Industriepolitik.

Warum Deutschland für kanadische Unternehmen interessanter wird

Deutschland bietet dafür mehr als einen großen Absatzmarkt. Es ist Europas stärkste Industrienation und ein Zugang zu Lieferketten, Kunden und Investitionen in der EU. Der bilaterale Warenhandel erreichte 2025 bereits 34,3 Mrd. CAD – 61 Prozent mehr als vor CETA. Das Abkommen beseitigt Zölle auf 99 Prozent der Tariflinien.

Besonders interessant ist die industrielle Ergänzung.
Deutsche Unternehmen bringen Maschinenbau, Automatisierung, Bau-, Forst- und Recyclingtechnik sowie Lösungen für Energieeffizienz mit.
Kanada bietet Rohstoffe, Energie, einen bedeutenden Forstsektor sowie eines der weltweit stärksten KI-Ökosysteme rund um Montréal, Toronto und Edmonton.

Allein Kanadas Infrastrukturinvestitionen lagen 2025 bei 106 Mrd. US-Dollar.
Daraus kann mehr entstehen als zusätzlicher Export. Kanada kann seine Absatz- und Lieferketten diversifizieren und Deutschland gewinnt einen verlässlichen Partner für Rohstoffe, Technologie und nordamerikanische Märkte.

CETA hat die Brücke gebaut. Jetzt kommt es darauf an, dass Unternehmen sie auch nutzen.