Ich mag diese Grafik sehr – so einfach, so klar, so eindeutig.
Sie zeigt sehr anschaulich, wie sich die Prioritäten bei der Entwicklung von Traktoren verändert haben.
Weg von rein mechanischen Leistungsparametern hin zu Elektronik, Software, Vernetzung, Telematik und Nachhaltigkeit.
Digitalisierung und Automatisierung sind jetzt die dominierenden Bereiche!
Diese Veränderung ist kein isoliertes Phänomen der Landmaschinenbranche, sondern steht exemplarisch für einen branchenübergreifenden Paradigmenwechsel.
Der Fokus ist klar. Elektrisch, vernetzt, autonom… und KI mischt ordentlich mit.
Der Trecker, der selbstfahrend exakt die Schläge abfährt, pflügt, sät oder mäht. Der Bagger, der die vorgegebene Baugrube autonom aushebt. Doosan/Develon hatte bereits 2019 einen 40-t-Bagger via 5G von der Bauma-Messe in München aus in Südkorea gesteuert und dafür den Begriff TeleOperation geprägt. Autonome Fahrzeuge, die in Hafenanlagen Container bewegen, sortieren, zuordnen… all das ist bereits Realität.
Es geht also nicht mehr um inkrementelle Verbesserung des Bestehenden, sondern um das Neuerfinden
Diese Entwicklung hat sich in den letzten Jahren beschleunigt – und das ist branchenübergreifend der Fall. Diese Innovationen benötigen andere Geschäftsmodelle, damit sie funktionieren.
Die Art und Weise, wie Wertschöpfung erfolgt, hat sich also enorm verändert und verändert sich (technologiebedingt) weiterhin. Wenn sich der Markt, die Marktbedingungen so gravierend verändern, muss sich auch das Unternehmen, mit all seinen Arbeitsweisen, seinen Angeboten, seiner Organisationstruktur, seiner Kultur, seinen Prozessen und Technologien und seinem Personal, verändern und den neuen Bedingungen anpassen.
Für das Geschäftsmodell bedeutet es, ein neues Wertversprechen zu definieren.
Wir befinden uns in dieser bunten Übergangsphase der radikalen Veränderung. Das muss man nicht nur aushalten können, sondern auch gestalten wollen. Ich meine, es ist wichtig, eine grundsätzlich positive Haltung dazu zu gewinnen um all die Chancen zu sehen.
Um die Bedeutung dieser Situation besser zu verstehen, ist es eine gute Idee, sich mit dem Zyklus der “kreativen Zerstörung“ zu beschäftigen, den Schumpeter einst entwickelte und jetzt von Joel Mokyr, Philippe Aghion u. Peter Howitt weiterentwickelt wurde (Link im Kommentar). Im Kern geht es darum, dass das Bestehende weichen muss, damit Neues entstehen kann.
Wie das Neue entstehen kann, beschreiben Georgiy Michailov und Jan Stange in ihrem Buch „Geschäftsmodell Redesign“ sehr anschaulich.
Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Nichts bleibt, wie es ist…, und die ersten Auswirkungen des zu späten Reagierens sehen wir bereits im Markt.
Nichts ist so falsch, wie der Versuch, die Zukunft mit den Rezepten der Vergangenheit gestalten zu wollen.
Wie gehen Sie mit dieser Veränderung um? Was sind Ihre Erfahrungen? Schreiben Sie mir gerne in die Kommentare.
