Ja, das mit der eigenen Meinung ist so eine Sache… „Meinungsverbot und Meinungsdiktat“ lese ich oft. Ist das so? Und ist das, was da geäußert wird eine Meinung? Was ist eine Meinung?
Idealerweise entsteht die eigene Meinung auf der Basis von Fakten. Fakten sind objektive, evidente, belegbare Tatsachen. Sie sind unabhängig überprüfbar und frei von persönlichen Gefühlen oder Vorurteilen. Sie sind quasi universell gültig.
Zum Beispiel: Die Erde ist eine Kugel und keine flache Scheibe.
Wenn nun aber jemand behauptet, die Erde sei doch eine flache Scheibe, und dies mit dem Blick aus dem Fenster begründet – „Schau doch hin. Die Welt ist flach wie ein Pfannkuchen“ – (ich lebe in Schleswig-Holstein), dann ist das keine Meinung, sondern dummes Zeug sowie eine Ignoranz gegenüber Mathematik, Logik und Physik.
Genauso verhält es sich mit politischen Themen oder den Sachverhalten rund um die Transformation der Wirtschaft. Dass sie bisher nicht stattgefunden hat, ist der Hauptgrund für die wirtschaftliche Schieflage vieler Unternehmen und ein Versäumnis der Unternehmenslenker – nicht der Politik! Das Problem des Klimawandels ist ein zentrales, existenzielles Problem und keine „linksgrün versiffte Ideologie“, sondern Physik! So verhält es sich auch mit dem Umbau der Wirtschaft in eine ökologische Ökonomie sowie dem notwendigen Aufbau einer Kreislaufwirtschaft.
Ein zentrales Problem im Rahmen der Meinungsbildung sind Desinformationen, die gezielt gestreut oder unbewusst geteilt werden. Vor diesem Hintergrund ist das Entwickeln einer eigenen Meinung, basierend auf den richtigen, relevanten Fakten, nicht einfach. Informationen sind keine Fakten, sondern stellen diese in einen aufeinander bezogenen Kontext. Sie können subjektiv sein und Meinungen oder Interpretationen enthalten. Fakten sind die Grundlage, auf der Informationen aufbauen. Deshalb ist Informationskompetenz eine zentrale und wichtige Fähigkeit in einer Wissensgesellschaft.
Informationskompetenz. Was bedeutet das eigentlich genau?
In einer modernen Medien- und Informationsgesellschaft ist sie eine Schlüsselqualifikation und ein entscheidender Faktor. Ob im wirtschaftlichen, privaten oder gesellschaftlichen Kontext – sie ist wichtig, um im Informationssalat der sozialen Medien, in TV-Talkshows und Zeitungen Informationen bewerten und einordnen zu können. Desinformation von echter Information sowie Fakten von Geschwurbel zu unterscheiden, ist essenziell für die Meinungsbildung und das Treffen guter Entscheidungen.
Informationskompetenz bedeutet:
- Informationen und Quellen bewerten und auswählen zu können!
- den Informationsbedarf bezogen auf ein bestimmtes Thema erkennen und formulieren zu können.
- benötigte Informationen recherchieren und sich Zugang zu ihnen verschaffen zu können.
- sich der Verantwortung bei der Informationsnutzung und -weitergabe bewusst zu sein.
(Desinformation und ihre Verbreitung sind aktuell ein sehr großes Problem.)
Informationen sind im Internetzeitalter so vielfältig und zahlreich, dass es zu einem Informations-„Overload“ führen kann, der uns daran hindert, Wahres von Unwahrem und Relevantes von Unrelevantem zu unterscheiden. In der Regel reagieren Menschen auf diese Überforderung mit allgemeiner Ablehnung und Misstrauen. Dies ist in Zeiten großer Veränderungen nachvollziehbar, aber nicht hilfreich.
Menschen können das Gefühl von Sicherheit durch die Erlangung von Informationskompetenz leicht gewinnen. Sie ist eine Voraussetzung für die aktive Teilhabe an der Wissensgesellschaft, in der wir uns befinden. Sie folgt dem Prinzip des lebenslangen Lernens und ist unabhängig von Lebensalter, Bildungsstand oder Berufstätigkeit erlernbar. Wer diese Fähigkeit besitzt, kann kompetent, effizient und verantwortungsbewusst mit Informationen umgehen. Daran sollten wir alle ein Interesse haben.
Kurse zur Erlangung dieser Kompetenz werden im Allgemeinen an Universitätsbibliotheken und in Fernlehrgängen für jedermann angeboten. Es lohnt sich!
