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Startups und die etablierte Wirtschaft sind nicht die besten Freunde

Die einen werfen den anderen – salopp formuliert – vor, nicht das richtige Verständnis von Wirtschaft zu haben und nicht zu verstehen, wie Wirtschaft wirklich funktioniert – bzw. funktionieren könnte.
Beide haben jeweils aus Ihrer Perspektive gute Gründe ihre Position zu vertreten.

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass es sich bei der etablierten Wirtschaft und den Startups um zwei vollkommen unterschiedliche Arbeitskulturen handelt, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Es wird anders gearbeitet und kommuniziert. Es besteht eine andere Wertewelt, ein anderes Wissen und eine andere Sprache.
Diese Unterschiede führen leider gegenseitig zu einer geringen Akzeptanz und Wertschätzung.
𝗗𝗮𝗯𝗲𝗶 𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗯𝗲𝗶𝗱𝗲 𝗪𝗲𝗹𝘁𝗲𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗮𝗻𝗱𝗲𝗿 und würden in einer Zusammenarbeit sehr voneinander profitieren.

Meiner Meinung nach ist es geradezu die Pflicht der „jungen Wilden“ alles in Frage zu stellen und alles vermeintlich besser zu wissen. Es ist gut und wichtig, dass sie Neues ausprobieren. Gerade weil sie nicht Teil der etablierten Wirtschaft sind, haben sie einen anderen Blick auf die Dinge. So entstehen innovative Lösungen.

Startups haben in der Regel ein sehr tiefes Verständnis von der Technik und Technologie – nicht aber vom Markt und der Vermarktung. Oft fehlt ihnen der Zugang. Das wiederum ist ein Vorteil, mit dem die etablierte Wirtschaft wuchern kann. In einer Zusammenarbeit würde man also 𝘃𝗼𝗻𝗲𝗶𝗻𝗮𝗻𝗱𝗲𝗿 𝗽𝗿𝗼𝗳𝗶𝘁𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻.

Aus dieser Erkenntnis ist in Hamburg ein tolles Projekt – 𝗛𝗮𝗺𝗯𝘂𝗿𝗴𝗲 𝗜𝗻𝘃𝗲𝘀𝘁 – unter dem Dach der Wirtschaftsbehörde entstanden. Mit Dr. Marius Diegel sprach ich über die Aktivitäten seiner Abteilung. Er leitet den Bereich Start-up Unit. Als Match Maker ist er mit seinem Team ein Brückenbauer zwischen der etablierten Wirtschaft und den Startups.
Das Ziel besteht darin, das Interesse der Unternehmen für Startups und deren Innovationspotential zu wecken und andererseits die Startups mit der Wirtschaft zu verbinden. Der charmante Gedanke an dem Konzept ist das Venture Clienting. Unternehmen werden nicht zu Risiko-Kapitalgebern sondern zu ersten Kunden der jungen Unternehmen. Auf diese Weise erhalten sie die Innovationskraft und das digitale Know-how während die Startups regelmäßigen Einnahmen generieren und so ihr Unternehmen schrittweise aufbauen können und Marktzugang erhalten. Das hilft und reduziert das Risiko für beide Seiten.  Mir hat das Konzept der Wirtschaftsbehörde sehr gut gefallen, da es ein großes Potential zur Zusammenarbeit bietet. Voneinander lernen, miteinander wachsen. Hamburg bietet eine Menge für Startups.
Details: https://lnkd.in/erARcju2, Bild: Lill Thelin