Selten habe ich Zeiten erlebt, die so unruhig waren wie heute. Partnerschaften und verlässliche Strukturen, die über viele Jahrzehnte hinweg trugen, brechen nun plötzlich weg. Machtachsen verschieben sich im Großen wie im Kleinen. Neue Technologien verändern #Geschäftsmodelle. Märkte reagieren schnell und oft radikal.
Gerade in so bewegten Zeiten ist Stabilität ein zutiefst menschliches Bedürfnis.
In meinen Gesprächen erlebe ich, wie stark der Wunsch ist, Bestehendes zu bewahren… Das Vertraute zu schützen, Strukturen zu sichern, sich an dem zu orientieren, was früher gut funktionierte, um Verlässlichkeit nach innen und außen zu gewährleisten. Dieser Impuls ist verständlich. Er ist auch Ausdruck von #Verantwortung. Allerdings falsch verstandene Verantwortung!
In einer Welt permanenter Veränderung entsteht Stabilität nicht durch Festhalten, nicht durch Negieren des Offensichtlichen.
Sie entsteht durch Anpassungsfähigkeit
– der eigenen Geschäftsmodelle
– der eigenen Unternehmenskultur und Führungsstruktur
– der eigenen Prozesse
– der eigenen Mitarbeiterentwicklung
Wer Strukturen gegen die veränderten Realitäten in der Wirtschaft abschirmt, schützt nicht – er verzögert nur den unausweichlichen Verlauf, den man eigentlich abwehren möchte.
Verantwortung heißt deshalb nicht, das Gestern zu konservieren, sondern Bedingungen zu schaffen, unter denen Stabilität immer wieder neu entstehen kann.
Transformation und Stabilität sind kein Widerspruch. Im Gegenteil… Transformation führt von einer instabilen Situation in eine neue, tragfähige Ordnung – wissend, dass auch diese nicht endgültig ist. Das erfordert Klarheit und Entschlossenheit, das Vertraute loszulassen. Das Eine muss gehen, damit etwas Neues Platz hat. Dieser Prozess erzeugt Spannungen und Konflikte. Die gehören dazu und sind Teil der Entwicklung.
Wichtig ist, wofür wir uns einsetzen… für die besten Antworten für morgen oder für die Absicherung von gestern.
Angst vor Veränderung ist ein starkes Gefühl, aber kein guter Ratgeber!
𝗪𝗶𝗿 𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗣𝗿𝗼𝗴𝗿𝗲𝘀𝘀𝗶𝘃𝗶𝘁ä𝘁 𝘂𝗻𝗱 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗞𝗼𝗻𝘀𝗲𝗿𝘃𝗮𝘁𝗶𝘃𝗶𝘁ä𝘁 – im Großen wie im Kleinen.
Transformation braucht Reibung für Klarheit – Konsens und gemeinsame Ausrichtung für Stabilität. Beides wird uns in den kommenden Jahren begleiten.