… und wie gelingt eine digitale Transformation in Unternehmen?
Ich gebe zu, dass auch ich immer wieder dem Versuch unterliege, vor allem in technischen Lösungen zu denken. Vielleicht weil ich die Erkenntnis zur dringend notwendigen Transformation und die damit einhergehenden unternehmenskulturellen Veränderungen vorausgesetzte habe – also im Wesentlichen jedenfalls.
Das war ein Denkfehler! Je mehr ich mich mit den kulturellen Fragen in einem Unternehmen beschäftige, desto deutlicher wird mir, wie essenziell und prägend diese für ein Unternehmen sind. Sie sind quasi der Nährboden auf dem Veränderung und Weiterentwicklung stattfinden und gelingen kann. Und sie sind der herausforderndere Teil des Transformationsprozesses.
𝗗𝗶𝗲 𝗮𝗸𝘁𝗶𝘃𝗲 𝗚𝗲𝘀𝘁𝗮𝗹𝘁𝘂𝗻𝗴 𝗱𝗲𝗿 𝗞𝘂𝗹𝘁𝘂𝗿 𝗶𝘀𝘁 𝗴𝗲𝗻𝗮𝘂𝘀𝗼 𝘄𝗶𝗲 𝗱𝗶𝗲 𝗧𝗿𝗮𝗻𝘀𝗳𝗼𝗿𝗺𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻 𝗶𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗺 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝗻𝗲𝗵𝗺𝗲𝗻 𝗸𝗲𝗶𝗻 𝗲𝗻𝗱𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲𝗿 𝗣𝗿𝗼𝘇𝗲𝘀𝘀, sondern unterliegt einer ständigen Weiterentwicklung. Ich habe gelernt, dass die kulturellen Fragen durch den Zeitgeist beantwortet werden und stehen vor den technischen Veränderungen. Sie ermöglicht sie quasi erst. New Work, Homeoffice, Kicker und die Bürogestaltung, die Kriterien zur Personalwahl sind Teil einer Kultur (ob sie nun aktiv gestaltet sind oder nicht). Sie haben Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Die Frage nach den internen Prozessen, die Art und Weise wie wir miteinander, mit Kunden und Dienstleistern umgehen, Entscheidungen treffen, Kritik zulassen Innovation fördern und Mitarbeiter führen, ist ebenso eine Kultur und Zeitgeistfrage.
Veränderung braucht also nicht nur einen Erkenntnisgewinn, sondern auch einen Kulturwandel, doch wie gelingt der Kulturwandel?
Hierzu sprach ich mit der der Kulturwissenschaftlerin und Zeitgeist-Forscherin Kirstine Fratz.
Zeitgeistforschung ist mehr als Trendforschung. Zeitgeist geht tiefer in die Bedürfnisse der Menschen (Mitarbeiter & Kunden). Zeitgeist wirft die tiefliegenden Fragen darüber auf, wer wir sind und wer wir sein wollen. Die Antworten darauf sind die Grundlage für die Produktentwicklung, Kommunikations- und Vertriebsstrategien, Markengestaltung, usw.
Im B2B Bereich ist diese Denkweise bisher eher unüblich. Im B2C Bereich allerdings verbreitet.
In schwierigen Zeiten, in denen die alten Muster nicht mehr funktionieren, Planbarkeit immer schwieriger wird, braucht es ein stabiles Fundament.
Frau Fratz plädiert für eine kulturelle Evolution, anstatt sich nur den Trends anzupassen.
Die Veränderungsprozesse, die ich begleiten durfte, haben mich vor allem eines gelehrt… diese Prozesse benötigen externe Begleitung, damit sie gelingen.
Vielen Dank für den sehr inspirierenden Austausch und die wertvollen Anregungen.
